Abstillen

Abstillen

31. August 2018 0 Von Alex
Als mein Sohn 18 Monate alt wurde habe ich entschieden das wir langsam Abstillen. Ich habe viele Tipps gelesen und erst mal angefangen ihn nicht mehr im Bett zu stillen. So das die Verbindung zum Schlafen gestillt zu werden wegfallen sollte. Der nächste Schritt war ihm klar zu machen, dass er nicht jederzeit stillen darf. Immer wenn er das wollte, habe ich ihm aktiv Essen und trinken angeboten. Am besten funktionierte es wenn wir unterwegs waren, da fragte er nicht nach der Brust. So das wir recht schnell tagsüber nur noch beim Stillen vor dem Mittagsschlaf waren. Für das nächtliche Abstillen wird oft die Gordon-Methode empfohlen. Das bedeutet man arbeitet darauf hin, dass man nach ungefähr zehn Tagen in einem Zeitraum von sieben Stunden nicht stillt. In den ersten drei Tagen wird nur kurz gestillt aber nicht bis zum Einschlafen. In den nächsten drei Tagen wird stattdessen in dem Zeitraum gekuschelt, getragen und gesungen aber nicht gestillt. Zum Schluss wird das Baby dann nur noch gekuschelt oder gestreichelt aber nicht mehr aufgestanden. Keine Ahnung warum, aber ich war von Anfang an davon überzeugt, dass für uns diese Methode nicht in Frage kommt. Immer wenn er nachts aufgewacht ist, habe ich versucht ihn dazu zu bewegen, das er nur kuscheln soll und nicht stillen. Je nach Zustand war das ein bis zweimal machbar. Er hatte leider von Geburt an die Angewohnheit an der Brust zu schlafen also dauernuckelnd. Besonders zum Mittagsschlaf und am Anfang auch abends. Ich habe das Dauernuckel unterbunden, wenn ich es nicht geschafft habe ihn ohne Brust ins Bett zu bekommen. Wir mussten auf jeden Fall ein Ritual zum Einschlafen finden, da ja bisher nur das Stillen funktionierte. Ich habe es mit vorlesen versucht, mit Hörspiel, vorsingen, vom Tag erzählen, Geschichten erfinden und erzählen. Nichts davon wurde wirklich angenommen. Es hat so unglaublich viel Kraft und Tränen gekostet das ich es erstmal wieder aufgegeben habe. Da war er dann 20 Monate alt. Nachts habe ich allerdings trotzdem weiterhin versucht ihm das Kuscheln statt der Brust anzubieten. Mit knapp 21 Monaten waren wir bei ungefähr alle sechs Stunden stillen. Ich habe versucht ihm zu erklären das die Brust nun leer ist. Das hat leider genau drei Tage funktioniert und danach gab es wieder Theater. Einen Monat später stillten wir nur noch zum einschlafen und aufwachen. Nachts hatte sich noch nichts verbessert. Das wurde erst einen Monat später besser, von sich aus hat er zum einschlafen die Banane mit ans Bett gewollt und auch nachts als Ersatz angenommen. Mit dem zweiten Geburtstag hatte genug, ich wollte nicht mehr. Das Einschlafen ging nun auch mittags trotz stillen fast eine Stunde, somit sah ich keinen Vorteil mehr darin und wollte es beenden. Eine Woche nach dem 2. Geburtstag, fing ich an. Ich entschied mich für die radikale Variante. Da ich es immer wieder sanft versucht hatte. Inzwischen war aber klar, dass mein Sohn ohne Probleme und ohne stillen einschlafen konnte. Die erste Nacht war anstrengend, zum Einschlafen durfte er kurz stillen. Ich habe ihm den ganzen Tag schon erklärt das wir jetzt aufhören mit stillen. Beim Einschlafen kurz gestillt und anschließend so eingeschlafen. Um 2 Uhr lange getragen und diskutiert. Um 3 Uhr wollte stillen durfte kurz nuckeln und hat auch gleich wieder aufgehört um 4.30 Uhr wollte er wieder stillen, da durfte er noch nicht. Später dann so lange er wollte. Den Mittagsschlaf hat er im Auto gemacht. Aus Angst vor Milchstau und weil die Brüste gut geschmerzt hatten, durfte er vor der zweiten Nacht kurz auf beiden Seiten stillen. Er ist auf mein Bitten sofort von der Brust und ohne weiter zu stillen eingeschlafen. Die Nacht war es schon besser er hat dreimal an die Brust wollen und um 5 Uhr musste ich kurz aufstehen und diskutieren. Der Mittagsschlaf ging nach Protest und kurzer Buggyfahrt dann auch ohne Brust. Am dritten Abend ist er ohne nach der Brust zu fragen eingeschlafen. Um 22 Uhr und um 3 Uhr wollte er dann etwas Banane essen und ist so wieder eingeschlafen. Erst im 7 Uhr morgens wollte er dann stillen, da sind wir direkt aufgestanden. Er hat sich mit warmer Milch zufrieden gegeben. Ich musste allerdings am Abend vorher ausstreichen. Die folgende vierte Nacht war er beim einschlafen kurz traurig das keine Brust gab. Er hat um 2 Uhr Banane gewollt, um 5 Uhr nochmal und um 6.30 mussten wir aufstehen, da wollte er auch wieder die Brust hat sich aber wieder mit warmer Milch zufrieden gegeben. Mittagsschlaf ging im Bett Am fünften Abend erst wieder um 22 Uhr mit Banane ins Bett gegangen. Um 3 Uhr gewickelt und noch eine Banane gegessen, um 8 Uhr aufgestanden. Er hat  kein einziges mal nach der Brust gefragt. Mittagsschlaf wurde viel zu früh im Buggy gemacht. Die Brust scheint sich schon eingestellt zu haben, spannt noch aber tut nicht weh und ich musste auch nicht mehr ausstreichen. In der sechsten Nacht um 0 Uhr mich ins Bett geholt und einfach weiter geschlafen sobald ich dabei lag. Um 6.15 Uhr aufgestanden. Er hat zwischendrin selbstständig Wasser getrunken, wollte von mir aber nichts wissen. Zum Mittagsschlaf würde getragen. Er hatte morgens schon im Auto geschlafen. Beim aufwachen wollte er die Brust. Am siebten Abend zum Einschlafen eine komplette Banane gegessen, aber keine Brust gewollt, auch die Nacht über nicht. Den Tiolettengang durfte ich trotzdem nicht allein machen. Um 8 Uhr einfach allein aufgestanden. Kann sein das er nachts kuscheln kam, weiß ich aber nicht so recht. Der Mittagsschlaf wurde verweigert. Am nächsten Abend ist er um 20 Uhr schon auf dem Arm von Papa eingeschlafen. Im Bett hat er gemerkt das es die falsche Person ist und wollte dann stillen. Erst wieder um 21.30 Uhr ins Bett mit zwei Bananen. Um 4 Uhr gejammert, weil er die Brust wollte, ist aber dann doch mit kuscheln eingeschlafen. In der neunten Nacht hat er um 4 Uhr geweint da wollte er an die Brust. Um 7.30 Uhr sind wir aufgestanden. Den  Mittagsschlaf hat er bei Oma im Buggy gemacht. Am zehnten Abend um 21.30 Uhr ins Bett gegangen. Er hat 1,5 Bananen zum Einschlafen gegessen. Am elften Tag wollte er zum Mittagsschlaf stillen, ist schließlich im Sling tragend eingeschlafen. Abends wieder um 22 Uhr mit Banane ins Bett. Das war das letzte Mal, dass er aktiv nach der Brust gefragt hat. Ich hatte mit viel Gegenwehr gerechnet. Die ersten Nächte waren schlimm für mich und mich haben Zweifel geplagt. Unser Sohn schläft seit dem wir abgestillt haben viel besser. Der Mittagsschlaf ist seither durchwachsen, er möchte oft keinen machen. Auch der Kitastart,  Krankheitstage und die letzten Zähne haben bei uns keinen Rückfall gebracht. Ich kann das nun auch genießen, wenn er zum Einschlafen oder nachts auf mir liegen möchte, kann ich das nun auch genießen. Nächstes Thema ist die Kitaeingewöhnung mit ihren Höhen und Tiefen.