Auf dem Spielplatz

Auf dem Spielplatz

11. Mai 2019 0 Von Alex

Ich durfte mich nie gemütlich auf die Bank setzen und wie alle anderen die Sonne genießen und mich entspannen, wenn denn mal jemand da war. Immer musste ich mit ihm Sandkasten mitspielen und voll dabei sein. Wenn ich nicht richtig mitgemacht habe wurde lautstark gemeckert.

Der Weg dahin

Für gewöhnlich war es selten möglich direkt zum Spielplatz zu kommen. Meist war sozusagen der Weg das Ziel. Wir sind als er sicher stehen konnte, so mit sechs Monaten, das erste Mal zum Spielplatz im Ort gegangen. Erst sind wir mit ihm im Tragetuch hin spaziert als er noch nicht laufen konnte. Dann mit dem Buggy und schließlich mit den verschieden Fahrzeugen, wie zum Beispiel das Dreirad, das Laufrad oder das Bobbycar. Wobei hier oft nochmal nach ein paar Meter gewechselt wurde, bis er sich endlich für ein Gefährt entschieden hat. Oft fiel ihm auf dem Spielplatz ein das er ein weiteres Spielzeug benötigt und wir deswegen wieder nach Hause müssen. Ihr könnt euch sicher schon denken, dass wir es sehr selten wieder zum Spielplatz geschafft haben.

Ursprünglich war der Plan, dass ich hier vielleicht eine paar Mamas finden könnte, um mich auszutauschen und der Kleine auch eventuell ein paar Spielkameraden kennen lernen könnte. Leider war die meiste Zeit der Spielplatz völlig verwaist. Meine Theorie, dass die ganzen Kinder vielleicht lieber in den hübschen Gärten zu Hause spielen würden, wurde nicht bestätigt. Mit meinem am liebsten nicht schlafen wollenden Baby bin ich dauernd durch den gesamten Ort spaziert, aber egal um welche Uhrzeit und egal wie schön das Wetter war, Kinder haben wir selten gefunden.

Spielangebot

Auf unserem Spielplatz gab es die üblichen Klassiker, eine Wippe, Rutsche und Schaukel. Außerdem noch einen Sandkasten mit Turm und eine Klettergerüst mit Kletterwand, sowie ein kleines Karussell und ein Wipptier. Alles in allem war der Zustand ganz in Ordnung, wenn auch etwas in die Jahre gekommen. Einzig das Wipptier war für meine Verhältnisse etwas zu kaputt, mit entsprechender Verletzungsgefahr.

Sandkasten

Der Sandkasten war recht schnell das liebste Spielangebot und ist es bis heute geblieben. Wir haben zum ersten Geburtstag Sandspielzeug geschenkt bekommen, dass seither stetiger Begleiter bei unseren Ausflügen ist. Leider sind wir oft ungeplant beim Spielplatz gelandet, so habe ich jedesmal ein entsetztes Gesicht erhalten, weil ich Rabenmutter keine Schaufel dabei hatte. Natürlich hat auch mein Kind mehrfach versucht den Sand zu essen. Generell stört mich Dreck essen nicht wirklich, ich finde das gehört dazu, wenn man draußen unterwegs ist. Allerdings wird der Sandkasten sehr gerne als Katzentoilette missbraucht, so habe ich das dann leider öfter unterbinden müssen. Tatsächlich habe ich schnell herausbekommen, dass er oft wirklich hungrig war.

Ich weis gar nicht wie oft ich Sand abbekommen habe. Wenn er auf dem Turm stand wurde der Sand schon nach mir gekickt, geworfen oder einfach auf meine Kopf geschüttet, weil ich ungeschickter weise drunter stand um ihm Sand in den Eimer zu füllen. Natürlich war es selten eine böse Absicht aber geärgert habe ich mich trotzdem oft. Leider kam es auch oft vor das ich schmollend auf der Bank saß. Erziehungstechnisch völlig daneben und so gar nicht erwachsen, aber manchmal mag ich einfach nicht erwachsen sein. 😛

Rutsche

Rutschen war lange nichts für ihn. Er hat irgendwann mit uns zusammen gerutscht. Allerdings fand er das Hochklettern der Leiter von der Rutsche viel interessanter. Er konnte noch nicht mal richtig laufen und hatte sich bei den älteren Kindern abgeschaut, dass man die Rutsche auch hoch laufen könnte, so hatten wir einige Diskussionen, da ich aufgrund meiner Körpergröße ihn nicht bis ganz hoch begleiten konnte. Als er endlich allein rutschen wollte, hat er es geschafft sich zu verletzen. Denn er hatte sich  nicht wie andere Kinder seitlich festgehalten, sondern wie die Achterbahnfahrer die Hände in die Höhe gerissen. Mit einem Schuh blieb er hängen und wurde gebremst so nahm das Elend seinen Lauf, der Kopf knallte Seitlich an die Rutsche und hinterließ eine übel aussehende rote Schürfwunde. Somit war Rutschen dann erst mal nicht mehr auf seinem Plan.

Gerüst

Auf das Gerüst wollte er auch ziemlich schnell klettern. Als vermeintlich jung gebliebene Mama habe ich den Fehler gemacht und bin mit ihm zusammen hoch geklettert. Wir mussten von meiner Freundin die dabei war gerettet werden. Wir wären vermutlich nicht mehr heil runter gekommen. Er hat immer wieder versucht noch weiter zu kommen, während ich versucht habe wieder runter zu kommen.

Schaukel

Die Schaukel wird viel und gerne genutzt, allerdings nur wenn ihn jemand auf dem Schoss hat. dann darf es gerne höher schneller weiter sein. Inzwischen schaukelt er auch allein.

Wippe

Die Wippe wurde leider inzwischen entfernt, wir hoffen das es vielleicht einen erneuten Ersatz geben wird. Solange sie da war haben wir viel und gerne gewippt. Er hat es schnell verstanden wie er sich festhalten muss, so konnte ich auf der anderen Seite entsprechend die Wippe benutzen.

Karussell

Das wird nicht wirklich bespielt. Anfangs wurde Erde und Sand darauf geschüttet. Da ich leider gar nicht schwindelfrei bin, habe ich mit ihm zusammen nur sehr langsam genutzt. Er macht lieber Klimmzüge daran.

Holzpellets

An allen Spielgeräten sind die üblichen Holzpellets ausgelegt. Leider wurden die auch gerne in den Mund gesteckt. Noch dazu waren die oft lange nass nach dem es geregnet hatte. So dass wir hier oft mit einer nasser Hose rechnen  mussten.

Andere Kinder

Solange er noch recht klein war, fand er andere Kinder gerade wenn sie älter waren sehr faszinierend und hat ihnen beim Spielen zugeschaut. je älter er wurde desto schüchterner wurde er, hieß also das sobald Kinder mit ihren Eltern den Spielplatz betraten wurde mir klar gemacht das wir nun bitte sofort gehen sollten. Seit er in der Kita ist, wird nun wieder vermehrt aus der Ferne beobachtet aber nicht zusammen gespielt.

Windelfrei

Er hatte ja recht häufig eine Windel an, mir aber dennoch zu verstehen gegeben, wenn er auf Klo musste oder die Windel voll war. Wir haben oft die Büsche benutzt da es Heim nicht reichte. Da unsere Ausflüge auf den Spielplatz selten sehr lange waren, mussten wir das wirklich nicht oft machen.

Essen & Trinken

Sobald er Interesse an Essen zeigte habe ich mir angewöhnt seinen Trinkbecher und eine Tupperdose mit Snacks mit zu nehmen. Am liebsten waren ihm die Backerbsen und Salzgebäck jeglicher Art. Natürlich war es jedesmal ein riesen Drama wenn ich es mal vergessen hatte, weil wir ungeplant länger unterwegs waren.

Wasser

Direkt am Spielplatz ist eine Bushaltestelle an der auch ein Brunnenbecken steht. Natürlich waren alle an- und abfahrenden Busse eine großes Highlight. Dank der größeren Kinder kam auch irgendwann unser Sohn auf die Idee, sich den Brunnen genauer anzuschauen. Wir hatten in unserem Repertoir eine kleine Gießkanne dabei die regelmäßig befüllt wurde. Oft sah der Kleine entsprechend aus oder war eben von oben bis unten pitschnass. Somit kam noch eine Wechselhose zur Grundausstattung dazu.

Alles in allem gehe ich sehr gerne mit ihm auf den Spielplatz, oft wird er von anderen Kitakindern erkannt. Was bei meinem Kind natürlich nicht dazu führt, dass dann mit diesem Kind gespielt wird. Sowas wird gekonnt ignoriert. Da wir inzwischen auch nach der Kita Spieldates haben die er gerne annimmt, mache ich mir da aber keine Sorgen.