Danke Corona

6. Mai 2021 0 Von Alex

Danke Corona, dass du mir das genommen hast. Hier geht es nicht um Existenzen oder um Impfungen oder Testerei, hier geht darum was mir als Mutter mit meinem zweiten Kind genommen wurde.

Coronababy

Unser zweiter Sohn wurde im Februar 2020 geboren. Knapp zwei Wochen später war der erste Lockdown. Für mich im Wochenbett hat das nicht viel ausgemacht. Dann war das Wochenbett vorbei und wir immer noch im Lockdown. Keine Besuche von Freunden oder Familie.

Genieß das Babyjahr

Bei dem ersten Sohn hätte mich das Ganze kein bisschen gestört. Der fand Autofahren scheiße. Er hat nur auf mir geschlafen oder dem Tuch und sowieso am liebsten an der Brust. An  Babyschwimmen, PEKIP oder Babymassage war gar nicht zu denken.

Wie so oft kommen wenn überhaupt die meisten Leute kurz nach der Geburt, danach wird meist gar nicht mehr gefragt wie es einem geht. Es wird erwartet das man mit Baby in der Gegend rum fährt und sie besucht.

Genieß die Babyzeit, sie geht so schnell vorbei. Für mich waren es gefühlt Jahre von Schreistunden, kreischen vor dem Badezimmer beim Papa, weil ich duschen wollte. Jeden Tag auf Eierschalen, weil er so schlecht geschlafen hat. Und wehe er wurde durch irgendetwas geweckt, dann gab es auch Gekreische. Nur Mama als Bezugsperson wurde akzeptiert. Kein Kontakt zu anderen im Dorf, weil er im Tuch geschlafen hat und sofort wach geworden wäre.

Beim zweiten alles anders

Danke Corona, dass du mir die Möglichkeit genommen hast mit Sohn Nummer Zwei all die Dinge die ich beim ersten Sohn nicht machen konnte, zu tun. Denn der findet Autofahren gut, der schläft verhältnismäßig super und hat die Großeltern als Bezugspersonen akzeptiert. Ist eine totale Wasserratte und wäre im Schwimmbad sicher glücklich geworden. Andere Kinder findet er super. Wir hätten also auch sämtliche Krabbelgruppen besuchen können.

Elternzeit konnte ich nicht genießen

Der Papa dessen Elternzeit ich nicht genießen konnte, weil der Große zu Hause war. Der dank der ganzen Scheiße die Ungewissheit, die Wut, die Angst gespürt hat und durchgedreht ist. Der durch unsere Gefühle nie richtig aufgefangen werden konnte. Der Mithilfe der Großeltern, vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit bekommen hätte. Danke das du mir das genommen hast.

Du hast mir die Möglichkeiten genommen

Ich bin so sauer und traurig. denn du hast mir die Möglichkeit genommen. Die Möglichkeit das erste Babyjahr zu genießen. In den Kursen mich mit den Mamas auszutauschen. Freunde und Familie besuchen. Meinen Großeltern den Urenkel zu präsentieren, der der nicht die “Lungen stärken muss”. Der der ohne Probleme auf ihrem Arm geblieben wäre. Der der sie durch sein lächeln glücklich gemacht hätte. Ausflüge und Urlaube genießen.

Danke Corona, dass du mir und uns das genommen hast