Die Rolle des Papa

Die Rolle des Papa

23. Juni 2019 0 Von Alex

In der Schwangerschaft konnte der Papa ja nicht wirklich viel helfen, außer natürlich danach zu schauen, dass es mir gut geht. Während der Geburt stand er meist einfach hilflos daneben. Dafür dass er andere Menschen nicht leiden sehen kann, hat er wirklich sehr toll durchgehalten. Im Krankenhaus schon hat er mich dabei unterstützt meinen Bedürfnissen nach zu gehen. Hat mir mein Frühstück gebracht und hat den Kleinen genommen so oft es ging. Auch zu Hause wurde ich in den ersten Tagen gut versorgt. Die Geburt und der Neuankömmling hatten unser Leben aber schon ziemlich durcheinander gebracht.

Wochenbettzeit

Leider musste er recht schnell wieder arbeiten gehen, so das die meiste Zeit Mama und Kind alleine waren. Solange wir keine Termine oder Verpflichtungen hatten, war es den Umständen entsprechend gut zu meistern. Leider blieben viele Dinge liegen, so wie Wäsche, Haushalt und kochen war mir meist nicht möglich zu erledigen oder nur halbwegs. Ich weiß auch gar nicht warum ich das unbedingt alles alleine machen wollte. So war es oft so, dass der Papa nach einem zehn Stunden Arbeitstag, erstmal sein Essen kochen musste oder im besten Fall schon die vorbereiteten Zutaten zusammen werfen konnte. Die Wäsche hat er so gut wie jeden Tag mindestens einmal rein oder raus aus dem Trockner oder der Waschmaschine machen müssen. Es gab hier oft Momente wo ich meine Entscheidung mit Stoffwindeln wickeln zu wollen verflucht habe.

Ins Bett bringen am Anfang

Das herumtragen und sich ihn in den Schlaf kreischen begleiten, nachdem das Stillen nicht funktioniert hatte, hat er fast täglich übernommen. Ich habe ihn bewundert dafür, dass er so gute Nerven gehabt hat. Nur ganz am Anfang hat er auf dem Papi geschlafen. Oft hat er nebenher einen Film mit Kopfhörern geschaut und der Kleine lag solange auf seinem Bauch. Da er oft bis nach 20 Uhr gearbeitet hat, konnte er selten eine Einschlafbegleitung durchführen. Bis zum zweiten Lebensjahr war meine Brust oft einziges mögliches Einschlafmittel. Manchmal hat der Kleine in den ersten Monaten bei ihm den Schnuller genommen.

Die beste Zeit für das ins Bett bringen war als der kleine Mann die Geschichten von Papi verstanden hat und später die Buchlesephase kam. Außerdem hatte der Papi den Spezial Piratensong den ich oft in meiner Verzweiflung wenn ich alleine war, versucht habe zu kopieren zumindest in der Melodie hat natürlich nie funktioniert. Selbst die Rhythmische Hüpfbewegung beim Laufen hab ich versucht nachzuahmen, mit wenig Erfolg.

Me-Time

Als er sechs Monate alt war hat er entschieden, dass ich jetzt mal eine längere Pause brauche. Hat mich dafür zu einer Freundin Kaffee trinken geschickt und ist mit dem Kleinen zu seinen Eltern. Bis dahin war er nur für die Zeit des Rückbildungskurses mit dem Kleinen allein bzw ohne mich. Da war er sicher sechs Stunden mit ihm weg, was meine Brüste natürlich nicht so toll fanden. Allerdings wurde dieser Ausflug zum Ritual so geht er bis heute an seinem freien Tag mit unserem Kleinen zu seinen Eltern.

Er kanns einfach besser

Ich hatte ein zeitlang die Schnapsidee das ich ja den Wocheneinkauf erledigen könnte. Da mein Mann ja immer gearbeitet hatte, wollte ich ihm als “nur zu Hause rumsitzende Mama” die Aufgabe abnehmen. Schließlich bekommen das andere ja auch hin. Mit einem Baby das ungern Auto fährt und keine Geduld hatte, ein ganz blöde Idee. So übernimmt er auch heute noch den Wocheneinkauf. Er arbeitet dabei viel effizienter als ich wälzt Prospekte nach angeboten und geht auch viel lieber einkaufen.

Das Wickeln

Natürlich kam der Papa auch mal in den “Genuß” die Windel zu wechseln. Oft habe ich das beim großen Geschäft für ihn erledigt. Seine empfindliche Nase führten leider oft zu den üblichen Ausrufen und Reaktionen die man eben so macht, wenn einem die Gerüche vom Windelinhalt in die Nase steigen. Das wollte ich wenn möglich vermeiden, da ich der Meinung bin das mein Kind nicht als stinkendes Etwas bezeichnet werden sollte egal wie liebevoll das gemeint ist. Es kam aber dennoch vor das er in meiner Abwesenheit wickeln musste und mit unseren Stoffwindeln die ausgewaschenen werden sollten, war das keine Spass. Ich habe auch schon entsprechende Beweisbilder per Nachricht bekommen. Als hätte ich unseren Sohn mit Absicht dazu angestiftet die Windel extra zu füllen.

Das Tragen

Da ziemlich schnell klar war das unser Sohn keine Lust auf Buggy hatte musste er wenn er denn hilfreich unterstützen wollte, wohl oder übel mit tragen. Die Manduca hat er am Anfang oft benutzt und kam sehr gut damit zurecht. Ich musste ihm allerdings beim Reinmachen helfen. Später hat er sich dazu breitschlagen lassen die Flytai zu benutzen. Auch hier musste ich helfen, ihm hat es aber gut getan da seine Schultern nicht so belastet wurden. Schließlich durfte ich ihn sogar öfters ins Tuch auf den Rücken binden.

Windelfrei

Da der Kleine windelfrei wollte und ich darauf eingegangen bin, habe ich nicht verlangt dass der Papa das machen soll. Er hat es als er noch klein war ein oder zwei mal sogar mit Erfolg hin bekommen. Da die Art und Weise des Abhaltens aber bei so Winzlingen einem immer das Gefühl gibt das was kaputt gehen könnte, wollte ich ihn da nicht noch mehr stressen. Wickeln und umziehen waren schon schweißtreibend genug für ihn.

Die Migräneanfälle

Ich hatte den ersten Migräneanfall als unser Sohn vier Monate alt war. Wenn ich es schaffe früh genug eine Tablette zu nehmen, dann ist es kaum spürbar und flacht schnell ab. Als ich vor Jahren das Rauchen aufgehört hatte, wurden die schlimmen Anfälle auch weniger. Nur diesmal kam der Anfall über Nacht, so das gar nicht früh genug eingreifen könnte.

Ich fing den Tag also kotzend über der Schüssel an und musste anschließend den kompletten Tag im Bett verbringen. Mit Vollstillkind super toll. Der Papa hat somit das erste Mal erlebt wie es ist, in jeder Situation so einen Wurm an sich kleben zu haben. Er hatte auch da die Hilfe seiner Mutter besorgt, die mir entsprechende Mittel aus der Apotheke gegen die Übelkeit besorgt hatte. Leider hatte ich prompt vier Monate später genau am freien Tag vom Papa schon wieder einen Anfall. Den Tag hat er komplett ohne Hilfe überstanden.

Spielen

Leider hatte sich der Papa dafür entschieden unsere Zwerg regelmäßig lautes krachmachendes Spielzeug zu besorgen. Normalerweise schenkt man anderen Eltern so Sachen um diese zu ärgern. Zu meinem bedauern war unser Sohn immer schwer begeistert von dem Kram. Wirklich viel spielen ging am Anfang nicht wirklich. Unser Sohn hat eher die Umgebung unsicher gemacht als zu spielen. Da der Papa aber sehr fantasiereiche Ideen hatte fanden die beiden recht schnell zusammen. Je nach Phasen darf ich auch gar nicht mitspielen.

Die unterschiedlichen Phasen

Auch bei uns kam schließlich nach einer langen ersten Mamaphase, die erste Papaphase. Das er Papa zuerst gesagt hat, kränkt mich immer noch etwas. Zum Glück gibt es nette Menschen, die das zu meinen Gunsten interpretieren. Er musste Mama sagen nicht so schnell lernen, da ich immer für ihn da war. Die erste Phase war für uns sehr anstrengend, da der Papa ja arbeiten musste wurde entsprechend viel geweint, wenn er realisiert hatte, dass der Papa weg war. Da es lange ein Drama war wenn Mama mal alleine auf die Toilette gegangen ist, waren wir alle ziemlich überrascht als es beim Papa vorkam.

Auch wenn der Papa am Anfang sich nur selten einbringen konnte, aus welchen Gründen auch immer, wird er nun sehr gut akzeptiert. Auf die Toilette darf er inzwischen selten ohne das sich der junge Mann beschwert.