Erste Nacht nicht zu Hause

Erste Nacht nicht zu Hause

10. März 2019 0 Von Alex

Als unser kleiner zwei Jahre und sechs Monate alt war, kam meine erste Nacht nicht zu Hause, also ohne Mama. Natürlich war ich aufgeregt und hatte mir Sorgen gemacht ob alles gut läuft. Wie lange vorher soll ich ihn vorbereiten? Wird er merken das ich die ganze Nacht weg bin? Wenn ja, muss mein Mann dann eine Nachtschicht einlegen? Wird er brüllen, weil ich ihm fehle?

Die ersten Male ohne Mama ins Bett

Als er noch keine zwei war, hatte ich einen Volkshochschulkurs besucht. Dieser ging bis halb zehn Uhr abends. Ich hatte ihn damals zu den Schwiegereltern gebracht und mein Mann ihn dort abgeholt und heim gebracht. Der Plan war natürlich das er mit ihm ins Bett geht. Von den sechs mal hatten wir nahezu alles durch. Das erste Mal haben die beiden noch fröhlich gespielt als ich heim kam. Beim zweiten Mal waren die beiden noch bei den Schwiegereltern. Das fand ich ziemlich unangenehm,da mein Sohn mir sehr laut und deutlich gezeigt hatte was er davon hält jetzt ins Auto zu müssen. Meinem Mann habe ich deutlich gesagt, dass diese Herangehensweise nicht optimal war. Schließlich war ich nach drei Stunden Kurs ziemlich erledigt und hatte wirklich keine Nerven mehr, um ein kreischendes Kind ins Auto zu schnallen. Das dritte Mal waren auch alle noch bei den Schwiegereltern, er war zwar müde wollte aber nicht schlafen und ewig Bücher lesen. Schließlich kam der Tag, an dem die beiden tatsächlich zusammen im Bett eingeschlafen waren. Leider hatte ich genau an diesem Tag den Hausschlüssel vergessen. Weder die Klingel noch irgendein Telefon wurden gehört. Ich stellte mich schon darauf ein im Auto zu schlafen und habe mich schon drauf gefreut eine Nacht durchschlafen zu können. Da wurde wohl mein Sohn wach und beide haben gemerkt, dass es nicht sein kann, dass Mama noch nicht wieder zu Hause ist. Die anderen male wurde wieder mit dem Papa ins Bett gegangen.

Es muss Mama sein

Ich machte mir über die Bettroutine keine Gedanken, da mein Mann inzwischen gut mit einbezogen werden konnte. Lag leider daran, dass unser Sohn öfter Phasen hat in denen er nicht vor 22 Uhr ins Bett möchte. Sollte er schon schlafen wenn Papa heimkommt, ist es üblich das beim ersten Mal aufwachen der Papa versuchen darf ihn wieder hinzulegen. Das klappt zum Teil so gut, das mein Mann nur die Tür zum Zimmer öffnet und er legt sich wieder hin. Unser Sohn wacht leider nicht nur einmal auf bis wir ins Bett gehen. Es ist derzeit leider so, dass irgendwann nachts der Zeitpunkt kommt an dem unser Sohn mich verlangt. Dabei stapft er auch mal schlaftrunken am Papa vorbei ins Wohnzimmer um mich zu holen. Daher war ich nun gespannt ob es denn dieses eine Mal klappen wird.

Es wird ernst

Ich habe ihn erst ein Tag vorher darauf vorbereitet, dass ich eine Nacht weg sein werde. Meine Schwiegereltern haben ihn mittags abgeholt. Ich hatte ihn noch gefragt ob ich ihn zum Auto bringen soll. Da kam schon als Antwort das er “alleine” gehen will. Als ihm klar wurde das es nicht mehr lang dauern wird bis der Opa ihn holt, wurde das Fenster angestarrt und wir durften nichts anderes mehr machen. Bevor die beiden die Treppe oben waren, hatte sich mein Sohn schon so gut wie komplett angezogen. Da habe ich ihn auch nochmal gesagt das ich erst morgen wieder da sein werde und der Papa ihn abends abholt. Ein kurzes Tschüss und weg waren sie.

Jetzt kann es los gehen

Ich machte mich auf den Weg zu meinem freien Abend einige hundert Kilometer entfernt. Die Fahrt und der Flug gingen bis ungefähr 18.30 Uhr um 19 Uhr waren wir im Hotel. Die Party selber ging um 21 Uhr los. Ich habe sehr gut gegessen, viele tolle Unterhaltungen geführt. Vorzugsweise über mein Kind und das Muttersein. Viel gelacht und getanzt. Gegen halb neun kamen netterweise ein paar Bilder von meinem Mann. Mein Kind spielte fröhlich mit seinem Onkel und seiner Freundin. Um kurz vor halb zehn nochmal ein paar Bilder beim Spielen weiter keine Information.

Mein Abend strich dahin und um 3 Uhr morgens ging es Richtung Bett. Die Decke habe ich bis zum Hals hochgezogen und genossen. Das kann ich sonst nicht machen, da mein Sohn immer noch mit der Brust kuscheln will und quasi permanent Zugriff darauf braucht. Als ich morgens aufwachte, fand ich immer noch keine weiteren Infos vor. Natürlich bin ich mir sicher das mein Mann in der Hinsicht alles richtig gemacht hat und er sich typisch Mann eben auch keine Gedanken darüber gemacht hatte. Schließlich ging es ja allen gut, daher musste man sich nicht weiter damit befassen. So konnte ich mich voll und ganz auf meinen Abend konzentrieren.

Um neun Uhr bekam ich auf Nachfragen die Information, das die beiden seit halb acht wach waren. Also zur üblichen Uhrzeit. Schließlich hab ich um elf gefragt ob den alles gut gelaufen ist, ein kurzer “Ja” war die Antwort. Um halb vier war ich endlich zu Hause. Mein Mann war da, der Kleine nicht. Der war wie an dem Tag üblich, bei seinen Großeltern. Ich erfuhr endlich, das er am Vortag um ca. 23 Uhr eingeschlafen war. Beim Heimkommen nachdem er ihn bei Oma und Opa abgeholt hatte, hat er kurz nach mir gefragt. Die Antwort: “Mama kommt erst morgen wieder” hat ihm wohl völlig gereicht, er hat nicht mehr nach mir verlangt. Die Nacht war völlig ruhig gewesen, er hat wohl super geschlafen. So gut, dass mein Mann schon zu mir meinte ich solle doch in Zukunft ganz woanders schlafen. Leider hat er nicht einmal mit dem Papa gekuschelt, der hatte sich sehr darauf gefreut. Auch beim aufstehen am nächsten Morgen wurde die Mama nicht vermisst.

Das Wiedersehen

Mein Mann ging ihn schließlich abholen. Beim Heimkommen hat er mir erstmal recht viel erzählt. Er wollte gleich spielen wie immer, das Wiedersehen verlief völlig unspektakulär. Ich bin etwas gekränkt, das es so super lief. Andererseits natürlich froh, das es tatsächlich auch ohne die Mama klappt. Dann stehen nun den Partynächten mit den Mädels nichts mehr im Weg, außer vielleicht der schwache Magen😂.