Im Krankenhaus

Im Krankenhaus

6. Januar 2021 0 Von Alex

Nach unserer Geburt die natürlich nicht so verlaufen war wie ich mir das gedacht hatte, stand nun der Krankenhaus Aufenthalt bevor. Wird es wieder so ein Drama wie bei der ersten Geburt?

Erstmal Ankommen

Als wir ins Zimmer geschoben wurden, lag schon eine Frau mit ihrem Baby und dem Partner da. 

Der Zwerg schlief erstmal. Irgendwann wurde es nass an meinem Bauch, da sah ich, dass die Schwester meinem Sohn nur eine Mullwindel umgebunden hatte. Da wäre ein Hinweis toll gewesen.

Beim letzten Mal kam der Katheter super schnell raus. Dieses Mal habe ich um 12 Uhr darum gebeten, den endlich zu entfernen weil ich mich frei bewegen wollte. Um 15 Uhr hat man ihn dann endlich entfernt.

Bin ich empfindlicher?

Gefühlt habe ich die ganze Zeit Schmerzmittel gebraucht. Hier gab es zusätzlich auch noch Arnika Globulis.

Meine Zimmernachbarin und ich haben das ganze Krankenhaus leer getrunken. Jedes mal wenn jemand ins Zimmer kam, wurde er gebeten noch mal mit Wasser zu kommen. Ich bekam auch ständig Fencheltee zu trinken.

Da ich bei der Geburt schon gefragt worden bin, was ich denn zum Frühstück und Abendbrot haben möchte, war ich etwas überrascht was da kam. Denn ich konnte mich natürlich nicht mehr daran erinnern was ich bestellt hatte. Abends hätte ich gefühlt das doppelte essen können und morgens war es mir zu viel. Den Honig habe ich mir eingepackt.

Ich war auch sehr überrascht wie viel ich dieses mal schaffte. Toilettengang war gar kein Problem und da wir ein Beistellbett hatten, ging darin auch wickeln ganz gut selbst. Die Schwester hatte mich auch gefragt ob ich Stoff- oder Wegwerfwindeln haben möchte. Da habe ich mich für Wegwerfwindeln entschieden, weil ich wusste, dass ich den kurzen Turnus noch nicht einhalten konnte.

Das erste Kennenlernen

Am Donnerstag Nachmittag kamen meine zwei Männer zu Besuch. Mir tat es in der Seele weh, dass der Große solange auf seine Mama verzichten musste.

Er kuschelte und knutschte seinen Bruder viel. Für mich natürlich übel, da er morgens noch in der Kita und die Bakterienschleuder schlechthin war. Er hat sich super unwohl gefühlt und wollte auch am liebsten gleich wieder Heim. Ich hatte von meinem Mann Bilder geschickt bekommen wie er mit einem Kuschelbaby im dem Buggy unterwegs war und mit ihm im Bett gekuschelt hatte. Er hatte vor der Geburt so oft geweint, weil er es kaum erwarten konnte, dass der Bruder endlich ankam.

Ich erfuhr auch, dass der Große am Tag der Geburt um 5 Uhr aufgewacht war und dann zu den Großeltern gegangen war. Dort blieb er dann bis ungefähr 19 Uhr und hat dann Party mit dem seinem Papa gemacht. Kita fiel natürlich an dem Tag auch aus.

Wieder nicht richtig vorbereitet

Mir fiel recht schnell auf, dass ich wieder keine geeignete Kleidung mitgenommen hatte. Das Kleid was ich für den Aufenthalt geplant hatte, war unter der Geburt schmutzig geworden. Zudem war es in unserem Zimmer super warm da die ganze Zeit die Sonne rein schien.

Am Donnerstag abend kam dann schon die Nachricht das meine Beiden krank wurden mit 40 Fieber also war klar, dass die mir keine Klamotten bringen konnten. So habe ich kurzerhand meine Schwester gebeten mir was mitzubringen.

Während sie auf dem Weg zu mir war, bekam ich einen Anruf von meinen Großeltern, die wissen wollten, wo ich den sei an der Rezeption würden sie mich nicht kennen. Dieses Mal waren wir schlauer gewesen und hatten die Möglichkeit genutzt, dass im Krankenhaus keine Auskunft gegeben werden darf. So habe ich also schweren Herzens auf mein Bauchgefühl gehört und den Beiden erklärt, dass ich keinen Besuch haben möchte und darum auch niemand weiß wo ich liege.

Ich hatte schon Angst, dass meine Schwester den beiden begegnet, aber sie hatten sich wohl knapp verpasst. Natürlich war es schön meine Schwester hier zu haben, nachdem meine Beiden schon nicht mehr kommen konnten. 

Den Freitag habe ich dann auch genutzt um endlich zu duschen. Das war überhaupt kein Problem der Zwerg hat es verpennt.

Die Dusche selber war super rutschig da musste man schon ordentlich aufpassen. Für die Waschungen gab es diesmal auch zwei Kannen die beschriftet waren. Beim letzten Mal war mir das nicht mal richtig erklärt worden. Während jedem Toilettengang wird mit Wasser mit gespült um den Wochenfluss zu entfernen. Der sich ja dank der Surfbretter überall verteilt. Ich hatte schon überlegt das zu Hause fortzuführen.

Wieder Stillprobleme

Stillschwierigkeiten gab es dieses Mal leider trotzdem wieder, weil ich wieder nicht verstanden habe, dass ich Milcheinschuss hatte und mein Sohn daher die Brust nicht fassen konnte. Bis dahin hatte es wunderbar geklappt. Abgesehen davon, dass meine Zimmernachbarin und ich permanent die Zwerge wecken mussten um zu stillen.

Mir wurde dann auch eine Stillberaterin zu Hilfe geholt. Aber ausser dem üblichen Stillhütchen und den Effekt, dass mein Sohn mir in den Nippel gebissen hatte, brachte das gar nichts. So das ich die gute Dame gleich wieder weg geschickt hatte.

Na wohl doch ziemlich fit

Die Physiotherapeutin war schwer begeistert von meinem Verlauf, das ich schon duschen war und auch vor hatte mit meiner Zimmernachbarin die Kinder beim Standesamt zu melden. Diese Möglichkeit gab es hier in dem Krankenhaus Freitag vormittags. So das wir dann die Kids in ein Bettchen packten und uns auf den Weg machten. Wir zogen also beide eine Nummern. Sie durfte zuerst rein. Da ich nicht wusste, dass es zwei Räume gab, dachte ich, dass ich einfach nach ihr dran bin. Falsch gedacht, ich wurde gleich darauf in ein Zimmer daneben gerufen und nahm die Kinder mit. 

Zum Glück hatte sie schnell gemerkt wo wir sind, denn ich hatte Sorge, dass sie glaubt jemand hätte die Kinder geklaut. Beim Amt haben leider noch ein paar Unterlagen gefehlt aber es war kein Problem die nachzureichen. Leider ging auch die Kartenzahlung nicht, so das ich auch noch zum Automaten musste, um Geld abzuheben. Der war zum Glück gleich gegenüber. Scheint öfter vorzukommen.

Eine Schwester war abends etwas irritiert als ich nochmal die Arnika Globulis haben wollte. Sie hatte aufgrund meines fitten Zustandes überhaupt nicht geglaubt, das ich einen Kaiserschnitt hinter mir gehabt hatte. Da war ich schon ein bisschen stolz auf mich.

Meine Mutter hatte doch tatsächlich geglaubt, dass ich nur behauptet hatte in einem anderen Krankenhaus zu sein, nur um zu erreichen, dass sie mich nicht besucht. Das ich tatsächlich so weit weg war und sie mich zu Fuß nicht erreichen könnte, dass glaubte sie erst nachdem es meine Schwester bestätigt hatte.

Es musste gepumpt werden

Nach mehrmaligen bitten bekam ich eine Milchpumpe. Die Schwester wollte schon mit mir streiten, dass es hier aber keine Fläschen geben würde. Darauf wollte ich ja gar nicht hinaus, ich wollte ja stillen. Nur waren wir beide jetzt an einem Punkt an dem nichts mehr ging. Eine liebe Schwester nahm mir den Zwerg ab und gab ihm eine Elektrolytlösung, das hatte ihn erstmal ruhig gestellt und ich konnte in Ruhe pumpen. Viel kam natürlich nicht.

Ich hatte für die Zeit im Krankenhaus ein Protokoll zum Ausfüllen bekommen. wann gestillt und gewickelt wurde was in der Windel gewesen ist, das Gewicht und so weiter. Da wurde dann auch festgestellt, dass der Zwerg zu viel abgenommen hatte, was mich natürlich noch mehr stresste.

Ich hatte auch Angst, das ich durch die Pumperei Angebot und Nachfrage verfälsche. Die Lösungen sind ja auch nicht gern gesehen, da viel Zucker enthalten ist. Aber durch das Pumpen hatten wir beide wieder sozusagen alles auf Anfang gestellt und ab da klappte es mit dem Stillen auch besser. In dieser Nacht war ich dann schon alleine. Auch da wieder die Sorge, ob ich denn jetzt noch jemand neues ins Zimmer bekommen könnte. Aber die Schwester versicherte mir, dass es jetzt wieder ruhiger wurde.

Ich hatte mir mit einer Nachtschwester ein Ritual gegönnt, das sie mir jedes Mal wenn sie kam nochmal einen neuen Fencheltee machen durfte.

Darf ich nach Hause?

Am Sonntag sollte ich aus dem Krankenhaus entlassen werden. Meine Jungs waren immer noch total krank und weil das mit dem Stillen immer noch nicht so gut lief, wurde mir angeboten noch länger im Krankenhaus zu bleiben. Das hatte ich verneint.

Beim wickeln war mir aufgefallen, dass der Penis meines Sohnes nicht normal aussah. Es stellte sich heraus, dass er eine Hypospadie hat. Die vermutlich wenn sie sich nicht verwachsen sollte, im Alter von einem Jahr dann operiert werden müsste.

Als mein Mann mich dann abholte, sah der aus wie der Tod. Der Große war natürlich auch sehr anhänglich. Da erfuhr ich dann auch, dass mein Mann die Hausschlüssel vergessen hatte. Wir also noch zu den Schwiegereltern fahren mussten, um überhaupt heim zu kommen.

Der Zwerg hat sich super gut anziehen lassen und erstmal geschlafen. Ins Auto schnallen war auch kein Problem, bis der Große bemerkt hat, dass er alleine hinten sitzen sollte. Da fing der mit heulen an und weckte der Zwerg, der dann natürlich auch anfing zu kreischen. Ich war so sauer. Änderbar war das ganze nun leider nicht weil ich zu fett und mein Mann zu krank um hinten zu fahren.

Wir haben dann kurz angehalten um der Zwerg und den Großen zu beruhigen. Der Zwerg hat recht schnell wieder geschlafen und der Große akzeptiert, dass wir jetzt so fahren müssen.

Die Schwiegereltern haben nur kurz ins Auto reingeschaut, da beide auch noch ziemlich krank waren. Da ist meiner Schwiegermutter aufgefallen das des Kind ganz schön gelb ist.

Endlich zu Hause hab ich mich trotz der Umstände sofort besser gefühlt. Jetzt konnte das Wochenbett los gehen.