Schlafen

2. Juli 2018 0 Von Alex

Das Schlafverhalten liegt wohl an der Hirnreife, wenn die Babys noch sehr klein sind ist es überlebenswichtig einen leichten Schlaf zu haben. Sie haben öfter Hunger und möchten immer wieder kontrollieren, das sie in Sicherheit sind. Als Durchschlafen wird schon eine Dauer von sechs Stunden am Stück bezeichnet. In Deutschland wird das schon von Babys verlangt in den meisten anderen Ländern erst mit fünf Jahren. Es wird immer noch vielen Müttern das schreien lassen empfohlen damit ein Kind allein schlafen lernt. Mir war auch hier von Anfang an klar, das so ein Training bei unserem Sohn nicht möglich gewesen wäre. Allerdings bin ich nie auf die Idee gekommen das ich irgendetwas antrainieren müßte.

Das ganze Einschlafbegleitung war für uns trotzdem nicht weniger anstrengend, da wir auch hier anders waren. In der ersten vier Wochen hat er quasi nur geschlafen, allerdings so gut wie nie allein. Meist auf mir und nur mit Brust im Mund. Im Krankenhaus wollte er nie im Bettchen schlafen nur auf mir. Da ich durch den Kaiserschnitt ihn nicht schmerzfrei raus oder rein legen konnte, war es für mich so auch einfacher. Zu Hause hatte ich anfangs versucht ihn im Stubenwagen schlafen zu legen, aufgrund der Stillsituation im selben Zimmer wie wir. Aber nach genau zehn Minuten wurde gebrüllt und erst aufgehört wenn er bei uns lag. Auch tagsüber war es so, ich konnte mit Glück kurz zur Wäsche.

Nach diesen vier Wochen wurde es anders, der Schlaf wurde leichter und die Einschlafbegleitung anstrengender. Oft hat Einschlafstillen nicht geklappt dann sind wir raus spazieren. Im Kinderwagen wollte er recht schnell nicht schlafen. Daher ging es meist mit Tuch oder der Trage raus. Allerdings war am Anfang normal das er nur maximal dreißig Minuten geschlafen hat. Oder kurz vor der Haustür eingeschlafen ist und sobald der Schlüssel ins Schlüsselloch ging war er wieder wach.

Es wird oft der Tipp gegeben das man nicht extra leise sein soll, dass das Baby sich an die Geräusche gewöhnt und auch mit etwas Lärm schlafen kann. Auch hier war das sehr unterschiedlich. Mal hat der Rasenmäher vom Nachbarn gestört, beim nächsten Mal wieder nicht. Beim Schlüsselklappern vom Papa ist er schon aufgewacht und wenn ein Nachbar gebohrt hat wurde weiter geschlafen. Das lag vermutlich daran in welcher Schlafphase er sich gerade befand. Je kleiner Kinder sind umso kürzer ist die Tiefschlafphase und auch die Übergänge in die verschiedenen Schlafphasen sind kürzer und verlängern sich erst mit zunehmendem Alter.

Teilweise war er sieben Stunden wach ganz egal was ich versucht hatte. Der Moro Reflex (Klammerreflex, Umarmungsreflex) hat ihn oft geweckt, der war bis zum vierten Monate vorhanden. Auch der Milchspendereflex hat ihn oft geweckt oder garnicht erst schlafen lassen. Kurz vor dem Einschlafen war es wie wenn der Blitz durch ihn durch ging und er war wieder wach. Wenn er in den Schlaf getragen wurde fing er nach der dreimonatigen Schreiphase irgendwann an sich in den Schlaf zu jammern. Allerdings vermute ich das ich viel zu spät die Zeichen gelernt habe, im Nacken oder an den Ohren kratzen. Das klassische Augenreiben gab es bei ihm ganz lange nicht.

Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben das Zimmer dunkel zu machen, dabei werden wohl entsprechende Hormone ausgeschüttet die Müdigkeit hervorrufen. Nach dem Stuhlgang war an Schlaf nicht mehr zu denken oder sehr selten je nach Uhrzeit. Zwischen dem sechsten und zwölften Monat hat er zwei Schläfchen gemacht, eins Vormittags und ein Nachmittags. Im Auto hat er das erste Mal mit acht Monaten geschlafen. Wenn er fünf Minuten Schlaf hatte reichte das oft aus, dass er die nächsten Stunden wach blieb. Aus dem Bauch heraus wollte ich streicheln singen oder erzählen. Das hat ihn lange gestört. Selbst die Geräusche aus meinem Bauch waren während der Einschlafbegleitung oft zu laut. Er hat sich ständig von allem ablenken lassen.

Die Klingel hat ihn zum Glück so gut wie nie geweckt. Wenn er nicht ausgeschlafen war und von äußeren Einflüssen geweckt wurde dann hat er gekreischt und ließ sich kaum beruhigen. Sehr selten war er nachts wach und wenn dann maximal eine Stunde. Irgendwann habe ich aufgehört nach der Uhr zu gehen und auf die Zeichen zu achten und den Zwang raus genommen, wenn er nicht wollte haben wir nochmal weiter gespielt. Nach anstrengenden Tagen war das schwer umzusetzen.

Je mobiler er wurde umso deutlicher hat er gezeigt wenn er nicht schlafen wollte. Anfangs wurde raus gekrabbelt und auf die Tür gezeigt zusätzlich versuchte er mich an den Schultern hoch zu ziehen. Als er laufen konnte ist er aufgestanden und weinend weg vom Zimmer gerannt. Natürlich habe ich versucht Abendrituale einzuführen, das klappte anfangs nicht. Der Versuch ihn nur noch mit Nachtlicht spielen zu lassen hat nur solange funktioniert bis er das Licht selbst wieder anmachen konnte.

Tagsüber schlief er zeitweise um den ersten Geburtstag nur stillend zu Musik im Wohnzimmer ein, lies sich aber dann ins Bett ablegen natürlich nur mit mir zusammen. Bei Entwicklungsschüben hat er meist weniger geschlafen, dafür oft alleine machbar. Danach gab es wieder Tage die nur nuckelnd an der Brust und oder auf mir liegend geschlafen wurde. Zeitumstellung im ersten Winter als er vier Monate als war, war schrecklich teilweise um 4 Uhr aufgestanden und um 18 Uhr ins Bett. Als er laufen konnte hat selbst angefangen Dinge mit ans Bett zu nehmen.

Beim Versuch abzustillen wurde die Art und Weise wie er in den Schlaf begleitet werden möchte geändert. Mit Singen klatschen, erzählen, streicheln und Popo klopfen. Unser Ritual sah dann so aus. Er bekam die Zahnbürste in die Hand und durfte erstmal selbst putzen anschließend durfte ich nach putzen. Er wurde umgezogen und bekam die Windel an. Je nach Laune wurde im Zimmer gestillt. Wenn er fertig war ging es ins Bett. Meist wird da noch öfter getrunken oder er ging nochmal aufs Klo. Ab und zu wollte er nochmal was mit ans Bett nehmen. Meist schlief er auf mir ein.

Mit 21 Monaten haben wir versucht auf den Mittagsschlaf zu verzichten, da er oft erst um 22 uhr ins Bett ging. Da ist er dann aber am späten Nachmittag eingeschlafen und ging dann logischerweise erst recht so spät ins Bett. Das hatte sich plötzlich wieder erledigt, war wohl wieder ein Entwicklungsschub. Wir haben anscheinend zwei Phasen in der einen schläft er regelmäßig und gut also ca um 12 Uhr Mittagsschlaf und 20 Uhr ins Bett. Dann aber meist auf mir und schläft bis 7 oder 8 Uhr. Die andere Phase ist wenn er keinen oder sehr spät Mittagsschlaf macht und um 22 uhr erst ins Bett geht, darf ich oft das Bett verlassen steht trotzdem um 7 Uhr auf.

Es klappt leider nicht oft, dass Papa ihn wieder zum einschlafen bekommt. Seit er 22 Monate ist kann ich oft aufzustehen und für ungefähr zwei Stunden raus gehen um einen Film zu schauen. Inzwischen wacht er oft auf meckert kurz setzt sich sogar hin und schläft dann allein weiter. Meist weckt ihn die volle Blase oder er möchte an die Brust, dann kann auch der Papa nichts machen. Momentan wird wieder viel gestillt zum Einschlafen, gesungen und erzählt danach eine Banane gegessen und nochmal aufs Klo gegangen.

Mit dem Schub mit 23 Monaten ging er wieder erst sehr spät ins Bett teilweise war er nach einer Stunde wieder wach und schläft ziemlich schlecht. Inzwischen ist es wieder etwas besser geworden. Demnächst kommen wir dann in den anstrengenden zwei Jahres Schub, ich bin gespannt was der so mit sich bringt. Wer weiß vielleicht schläft er danach länger oder sogar durch ;-).