Urlaub mit Kleinkind

Urlaub mit Kleinkind

1. März 2020 0 Von Alex

Als unser Sohn drei Jahre alt war, planten wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Als Paar hatten wir vor der Geburt in einem Hotel am Gardasee Urlaub gemacht. Also sollte es da wieder hin gehen. Da für uns beide das Essen sehr wichtig war und wir dort wirklich gutes Essen hatten, wurde nach vorheriger Klärung ob dem noch immer so ist das Hotel gebucht.

Was haben wir gepackt?

Fürs Schlafen

  • Nachtlicht
  • Bettgitter
  • Bücher
  • Zahnbürste und Pasta
  • Waschlappen
  • Trinkflaschen

Für Sonne und Wasser

  • Sonnencreme
  • Uv Kleidung
  • Schwimmflügel
  • Käppi
  • Badeschlappen
  • Aftersun
  • Badehosen
  • Bikini
  • Badeanzug
  • Hut
  • Sonnenbrille

Autofahrt

  • Navi
  • Karte
  • Snacks
  • Trinken
  • Spielzeug
  • Topf oder Becher oder Flasche
  • Vignette
  • Bargeld
  • Malzeug
  • Puzzle

Vor Ort

  • Tragetuch
  • Buggy
  • Visa Karte
  • Medikamente
  • Vitamine
  • Fieberhaft
  • Fenistil
  • Mückensalbe
  • Pinzette
  • Globulis
  • Handwaschmittel
  • Strandtücher
  • Bademantel
  • Trinkbecher

Bad

  • Rasierer
  • Nagelpflege
  • Duschgel
  • Shampoo
  • Waschlappen
  • Feuchttücher
  • Klositz
  • Hocker

Elektrisches

  • Epilierer
  • Rasierer
  • Ladegerät
  • Kindle?
  • Netzadapter
  • Headphones

Hinfahrt

Um 4.30 Uhr sind wir aufgestanden, die Stimmung war nicht so toll. Der Kleine ist kurz nach uns aufgestanden und hätte noch etwas schlafen sollen. Um 5.20 Uhr sind wir dann endlich im Auto gesessen. Das Kind hat zum Glück nochmal bis 7 Uhr geschlafen. Ich habe mich leider beim Bergpass übergeben müssen. Der Kleine hat dann ab ca 10 Uhr nochmal geschlafen bis fast zur Ankunft zur Mittagszeit. Alles in allem lief die mehrstündige Fahrt recht gut. Wir hatten ja auch viel dabei um den Kleinen zu bespaßen. Auch die gefürchteten Pinkelpausen liefen gut.

Das Zimmer war noch nicht fertig als wir ankamen, so das wir bis ca 17 Uhr im Affi Zentrum gewesen sind. Anschließend haben wir ausgepackt und uns kurz den Spielplatz angeschaut. Um 20 Uhr ging es zum Abendessen. Unser sonst so schüchternes Kind hat sogar mit dem Kellner geblödelt. Um 22 Uhr gings endlich ins Bett. Unsere Klima im Zimmer ging irgendwann aus, so das es viel zu heiß wurde. Da wir auf das Bettgitter verzichtet hatten lag unser Kind in der Mitte und hat mich nachts oft getreten .

2.Tag

Um 6.30 Uhr wurden wir geweckt vom Zwerg und hat uns erklärt das er jetzt nach Hause will. Sind erst an den Pool dort hat er geschlafen. Anschließend in ein großes Einkaufszentrum gefahren. Der Kleine hat sich leider unmöglich benommen. Nach dem Abendessen sind wir noch auf den Spielplatz und um 22 Uhr ins Bett.

3.Tag

Um 8 Uhr aufgestanden, heute soll es in den Zoo und zur Safari gehen. Davor haben wir noch Vesper und Obst besorgt. Der Zwerg hat die Fahrt und den Kartenkauf verschlafen. Es war schon ziemlich viel los. Die Safari haben wir zuerst gemacht. Hier durfte man mit dem eigenen Auto eine vorgegebene Route fahren. Der Kleine durfte dafür auf meinen Schoß sitzen. Der Kleine hat sich mehr für die Fahrzeuge interessiert. Der Zoo war schon sehr anstrengend. Haben wir auch am Kind bemerkt, er hat sich auch hier wieder unmöglich benommen. Hat mich verletzt und wollte natürlich nicht mehr kooperieren. Leider war auch bei mir die Geduld nach der Anstrengung vorbei, so das wir beide nicht mehr zusammen auf einen Nenner gekommen sind. Letztendlich hatten wohl alle Hunger.

Danach sind wir noch spontan zum Gardasee gefahren. Nach vielen vorbereitenden Gesprächen wurde beschlossen, dass wir Tretboot fahren wollen. Es wurde recht schnell ein passender Verleih gefunden, bei der Bezahlung fing der Kleine schon an sich zu beschweren. Beim Einsteigen wurde dann schon auf vollem Hals gekreischt. Die netten Herrschaften vom Verleih konnten uns nur mitleidig hinterher schauen. Mir wurde leider ziemlich schlecht bei dem Geschaukel. Auf dem Wasser ging es dem Kleinen aber gut. Beim zurück kommen waren die Verleiher auch beruhigt das der Zwerg nicht mehr weinte. Danach sind wir dort noch auf einen Spielplatz und anschließend zurück zum Hotel. Auf dem Weg haben wir noch eine kleinigkeit zu Essen besorgt. Der Papa hat eine Runde geschlafen. Nach dem Essen sind wir noch auf den Spielplatz.

4. Tag

Heute ist Ferragosto ein Feiertag in Italien. Wir sind erst ziellos in der Gegend rumgefahren. Haben dann eine Macelleria gefunden und Weckchen kauft. Den Hotelier hatten wir gefragt wo man essen kann, das haben wir dann gecancelt. Wir sind erst auf den Spielplatz und dann an den Pool bis 15 Uhr. Das Kind ist dann im Buggy eingeschlafen bis 16 Uhr. Sind dann Eis essen gegangen. Anschließend alle geduscht. Der Kleine hat natürlich ein Drama veranstaltet, aber alles in allem gut überstanden. Beim Abendessen herum geblödelt mit einem Wasserballon, ihm den dann weggenommen, das gab natürlich riesiges Gekreische. Er hat sich irgendwann wieder eingekriegt. Mein Mann war oft sauer auf ihn, wenn er gar nichts dafür konnte. Aber da ist er eben wie ich wir haben beim Essen einfach gern unsere Ruhe. Er musste auch leider auf den Nachschlag warten, weil ich den Kleinen nach einem heißen Nudeln Unfall erstmal sauber machen musste.

5. Tag

Heute hatte ich die Hoffnung dass wir nichts großartiges Unternehmen, ich war langsam durch und konnte eine Pause gebrauchen. Wir waren kurz einkaufen und sind dann bis 15 Uhr an den Pool. Der Zwerg ist um 12 Uhr durchgedreht, weil er ordentlich müde war. Wir sind dann bis 16 Uhr ins Hotel. Anschließend nochmal einkaufen und danach Eis essen gegangen. Beim Ausparken bin ich leider recht laut geworden, weil es unglaublich schwierig war sich zu konzentrieren, da der Kleine einfach nicht ruhig bleiben konnte. Entsprechend gekippt war die Stimmung so das wir von einem extrem ins nächste sind. Seinen Rotz ans Kissen hin geschmiert, beim Essen entsprechend benommen und so weiter. Als ich dann noch mit Zahnpasta beschmiert wurde bin ich raus und habe den Papa übernehmen lassen.

6. Tag

Das der Urlaub für unseren Sohn auch anstrengend war, wurde uns spätestens heute bewusst nachdem das Bett voll gepinkelt war. Das Umziehen gestaltete sich wieder entsprechend kompliziert, da er sich entsprechend wehrte. Auf dem Spielplatz wollte ich ihn mit Sonnencreme eincremen, war er nicht begeistert und hat mich entsprechend verletzt. Ganz erwachsen habe ich seine erdbeer förmige Knospe weggeworfen. Noch rühmlicher war dann noch das Kneifen ins Bein. Ich bin dann erstmal eine Runde um den Block um mich zu beruhigen. Auf dem Weg habe ich ihm einen hübschen Stein eingesammelt und anschließend die “Erdbeere” gesucht und auch gefunden. Natürlich habe ich versucht mit ihm darüber zu reden, ob er verstanden hat warum Mama so sauer war, weiß ich leider nicht. Sind dann einkaufen gefahren, auf der Heimfahrt ist er wieder völlig ausgeflippt weil er jetzt sofort was essen wollte. Nach dem Essen sind wir an den Pool, diesmal haben wir uns einen Schirm geliehen. Ich habe leider mein Bikini Oberteil vergessen und musste nochmal hoch. Sind bis 16.15 Uhr geblieben. Beim hochgehen wollte er unbedingt sofort einen Riegel haben, das er schon sehr müde war ist er natürlich wieder völlig ausgeflippt. Hab ich gleich ins Bett gepackt, der Papa hat sich gleich dazu gelegt bis 18.30 Uhr. Das Abendessen verlief diesmal etwas besser. Davor hatte er spaß mit der Tochter der Hotelbesitzer die dann sogar noch bei uns am Tisch saß.

7. Tag

Heute Nacht war es viel zu heiß, ich hab nicht gewusst, dass mein Mann die Klimaanlage ausgemacht hatte. Morgens um 6 Uhr hat ein Hotelbesucher seinen Weckruf verpasst, mit meinen guten Ohren habe ich das dann natürlich auch gehört. Sind erstmal zum Grande Mela gefahren, ich hatte gehofft eine Schwangerschaftshose zu finden, dem war leider nicht so. Eis kaufen lief nicht so wie es mein Mann erwartet hatte. Er ist dann in die Spielhalle zocken gegangen. Das Kind hat dann natürlich geheult und sein Eis auch nicht fertig gegessen. Sie haben dann zusammen gezockt. Sind dann noch in einen anderen Supermarkt gefahren. Auf der Heimfahrt ist der Zwerg eingepennt. Wir sind dann noch bis 19.00 Uhr an den Pool. Das Abendessen verlief relativ gut, der Kleine hat allen High five gegeben. Sind anschließend alle gleich ins Bett.

8. Tag

Heute habe ich dann ausgesprochen das ich genervt bin und nach Hause will. Wir waren morgens am Gardasee in Lazise, nach zwei Stunden ins Auto. Mein Mann war genervt das es ja sehr ineffizient sei wenn wir jedes mal gleich wieder ins Hotel fahren. Der Zwerg hatte schon vorher im Buggy geschlafen und schlief nun auch weiter im Auto. Ich habe ihm dann erklärt da ich genauso fertig bin und auch eine Pause brauchen könnte. Für mich das Ganze auch stressig ist immer diese ständigen Dramen wegen allem Möglichen. Dann noch in der Hitze rum laufen stundenlang. Sind nach Negrar zum Focaccia essen und davor noch am Pool.

9. Tag

Sind morgens gleich nach Bardolino und danach nach Garda. Der Kleine hat im Auto und im Buggy geschlafen. Statt direkt nach Negrar zum Focaccia essen haben wir eine kurze Pause gemacht. Anschließend Panini mit Schinken gegessen. Im Restaurant die Kleine von den Besitzern getroffen, mit ihr gespielt und etwas gegessen. Das Abendessen war dann leider gar nichts. Der Zwerg hat mich getreten und geschlagen, es hat nichts geholfen. Ich bin mit  zum Spielplatz habe mehrfach versucht mit ihm zu reden, ich glaube nicht das er es verstanden hat. Das Umziehen fürs Bett lief dagegen richtig super.

10. Tag

Morgens am Pool gewesen zum Mittagessen dort gewesen wo wir gestern die Paninis geholt hatten. Der Kleine wollte keine Nudeln essen. Erst nachdem mein Mann von Spiderman Nudeln geredet hat. Sind dann in den Globo gefahren. Der Zwerg hat die Fahrt und das halbe Shopping verschlafen. Anschließend ins Grande Mela gefahren. Um 19 Uhr in den Spielpark unser Sohn hat fast nichts gemacht und es hat sich für 4 Euro nicht gelohnt um elf bin ich ins Bett die Jungs haben noch gelesen. Das Restaurant war zu, so dass wir uns Pizza auf dem Heimweg besorgt hatten.

11. Tag

Wir haben versucht nach Sirmione zu kommen, es war total voll mir war übel als unser Sohn eingeschlafen war, bin ich nach vorn, da war es besser. Sind dann nach Peschiera gefahren. Dort aber auch recht lange nach einem Parkplatz gesucht. Mein Mann und ich sind gleich aufs Klo am Berg gegangen. Trotz langem zureden ist unserem Sohn erst unten im Dorf eingefallen, dass er doch auch muss. Also den ganzen Weg wieder hoch gelaufen. Einen kurzen Bummel gemacht dann wieder Heim. Zu hause dann auf den Spielplatz anschließend den Ball geholt. Es gab leider ein Drama. Ich bin hoch gegangen die Jungs sind zur Tochter vom Besitzer, mein Mann hat ihr den Ball hergegeben. Er versteht leider nicht das in dem Alter teilen noch keine Stärke ist. Ich  bin an den Pool und acht bahnen geschwommen. Schließlich haben die zwei Kleinen es dann doch noch geschafft zusammen zu spielen und das Ball Drama war vergessen. Abend im Restaurant mussten wir lange warten. Die Kleine kam dann auch am Schluss an unseren Tisch, unser Sohn ist sogar mit einer Kellnerin und der Besitzerin mitgegangen. Vom Bruder der Besitzerin auf den Arm heben lassen. Ich habe noch bisschen gelesen und dann geschlafen. Der Kleine hat mit dem Papa noch einen Film geschaut und mittags schon viele Videos.

12. Tag

Morgens haben wir Paninis geholt und sind nach Lazise. Anschließend zum Grande Mela. Danach noch Focaccia geholt und ins Hotel gegangen. Da am Pool nichts los war, sind wir nicht hin. Vor dem Spielplatz zu der Kleinen ins Restaurant gegangen dort Pizza angeboten bekommen. Unser Zwerg wollte erst nichts sind dann auf den Spielplatz und schließlich doch zu der Kleinen. Das Abendessen verlief recht gut, obwohl er dank Pizza keinen Hunger mehr hatte. Die Kleine und die Besitzerin haben sich da schon verabschiedet. Es gab viele Umarmungen unter den Zwergen.

Abfahrt

Nach der Verabschiedung sind wir morgens schon gefahren. Erstmal falsch und dann gab es viel Stau. Unser Zwerg hat sich wieder geweigert im passenden Moment auf Klo zu gehen und hat dann die halbe Fahrt geweint. Dadurch auch noch die Ausfahrt verpasst. Ich musste mich dann auch nochmal übergeben. Es gab nirgends eine Toilette so dass ich mich weder säubern noch umziehen konnte. Ursprünglich hatte ich mir extra eine Spucktüte zurecht gelegt, die war dann aber plötzlich nicht mehr auffindbar. Wir haben dann gewechselt so das ich gefahren bin. Aber selbst da war es mir nach wie vor ziemlich übel.

Ich habe lange überlegt ob ich wirklich die tägliche Aufzählungen unserer Unternehmungen so belassen soll. Ich denke aber, dass so die Eintönigkeit besser zur Geltung kommt. Gardasee an sich ist definitiv ein schönes Urlaubsziel, allerdings war unser Sohn für die Attraktionen die es dort zu bieten gibt einfach noch zu klein, man muss 1m groß sein. Da der Zoo nicht so ankam fiel auch das Sea-Life aus der Auswahl. Für ein fahrzeug verrücktes Kind hat der Gardasee einfach nichts zu bieten. Hier zeigte sich nun auch wieder das unser Sohn einfach auch eine andere Sinneswahrnehmung hat und so viel neues nicht so einfach verarbeiten kann. Im Nachhinein war der Urlaub auf jeden Fall eine paar Tage zu lang. Eine Woche hätte sicher vollkommen gereicht. In dieser Form würde ich das auch nicht wieder tun.