Urvertrauen: Warum es mir fehlt

7. April 2021 0 Von Alex

Für jeden Menschen ist es von essentieller Bedeutung: das Urvertrauen. Ich hab mich lange gefragt, warum unser erster Sohn anders war wie andere. Als Erklärung kamen Begriffe wie Highneedbaby und willensstarkes Kleinkind auf. Jetzt wo ich schon eine Weile in Therapie bin, glaube ich langsam, dass mein eigendes fehlendes Urvertrauen, der Grund für sein Verhalten sein könnte.

Wieso habe ich kein Urvertrauen?

Es haben viele Faktoren dazu geführt, dass mir Urvertrauen fehlt. Ich bin ein Zwilling und wurde in der 32. Schwangerschaftswoche per Notkaiserschnitt geboren. Meine Mutter lief ins Krankenhaus, weil sie Wehen hatte und da es direkt Presswehen waren und ich vorm Loch lag, wurde sie sofort in Narkose gesetzt.

Wir verbrachten vier Wochen im Krankenhaus im Brutkasten. Jede für sich allein. Meine Schwester durfte eine Woche früher nach Hause, ich war also allein.

Wenn ich mir das vorstelle wird mir wirklich anders. Aus dem Bauch der Mutter gerissen und sofort getrennt worden.

Meine Mutter hat mich nicht schreien lassen

Ich hab auch immer gesagt das meine Mutter mich nicht schreien lassen hat. Erst kürzlich hab ich erfahren, dass Frühchen gar nicht schreien können. Sie benötigen alle Ressourcen die sie haben. Im Nachhinein völlig logisch.

Die Kindheit war auch geprägt durch Unsicherheiten die mich immer wieder eingeholt haben.

Kann ich Urvertrauen auch später aufbauen?

Meine Recherchen haben gezeigt das auch später noch Urvertrauen aufgebaut werden kann. Oder besser gesagt das Vertrauen in sich und andere so aufgebaut werden kann, dass das fehlende Urvertrauen dadurch nicht mehr so zum tragen kommt.

Dabei soll das Selbstvertrauen, der Selbstwert und auch das Vertrauen in andere Personen aktiv aufgebaut werden. Durch Affirmationen, Sport und positive Sichtweisen auch bei negativen Situationen. Gut das ich gerade dabei bin Resilienz zu studieren.:-)

Der erste Sohn

Ich habe mich ja oft gefragt warum unser erster Sohn so anders war wie andere Babys und Kinder. Wenn etwas nicht in Ordnung war hat er nicht nur gebrüllt sondern er ist quasi “kurz vorm Sterben” gewesen. Auch sämtliche Wutausbrüche als Kleinkind, waren geprägt von einer Wut und einem Strudel aus Gefühlen. Ich konnte als er ein Baby war nur schwer damit umgehen.

Inzwischen weiß ich, dass er mit seinem Brüllen meine fehlende Zuwendung in der Kindheit getriggert hat. Für mich war es unglaublich schwer dieses Brüllen auszuhalten. Da ich selbst nicht schreien konnte und auch später eher weniger Bedürfnisse geäußert habe. Das musste ich lange und hart erlernen. Nun ist meine Theorie, dass meinem Sohn nicht das Urvertrauen fehlt, sondern er meinen Mangel mitgenommen hat.